Sedona-Methode

Digitale Illustration: Lars Mährholz im Coaching-Gespräch mit einer Frau.
Digitale Illustration.
Gefühle wahrnehmen und loslassen
Illustration des Modells · Gefühle wahrnehmen und loslassen

Manchmal nimmt ein Gefühl viel Raum ein. Du versuchst es wegzuschieben und kreist weiter darum. Die Sedona-Methode richtet den Blick darauf, wie du mit dem Gefühl umgehst. Sie lädt dazu ein, es wahrzunehmen und zu prüfen, ob sich dein Festhalten daran gerade lockern lässt.

Wahrnehmen und eine Wahl finden

Die Methode geht auf Lester Levenson zurück. In der hier beschriebenen Form arbeitet sie mit einfachen Fragen zum Zulassen und Loslassen. Loslassen bedeutet dabei keinen Auftrag, ein Gefühl verschwinden zu lassen. Auch ein Nein oder ein „noch nicht“ ist eine mögliche Antwort. Deine Erfahrung gibt das Tempo vor.

Zunächst benennst du, was in einer überschaubaren Alltagssituation auftaucht. Vielleicht ist es Ärger nach einer Nachricht oder Enttäuschung über eine Absage. Wir trennen das Ereignis, die Gedanken dazu und das Gefühl soweit, wie es für dich möglich ist. Du brauchst dabei weder eine bestimmte Erklärung noch die richtige Antwort zu finden.

Die Fragen der Methode

Der Ablauf fragt zunächst, ob du das gegenwärtige Gefühl zulassen kannst. Danach geht es darum, ob du ein Stück davon loslassen könntest und ob du dies möchtest. Die Frage nach dem Zeitpunkt eröffnet eine Wahl: jetzt, später oder im Moment gar nicht. Die Fragen werden als Einladung gestellt und nicht als Test.

Wir beobachten, ob sich etwas verändert. Ein Gefühl kann gleich bleiben, sich abschwächen oder deutlicher werden. Daraus folgt kein Urteil über deine Mitarbeit. Danach betrachten wir die konkrete Situation: Braucht es ein Gespräch, eine Grenze, eine Entscheidung oder zunächst eine Pause? Ein anderer Umgang mit einem Gefühl ersetzt diese äußeren Schritte nicht.

Ein erfundenes Beispiel zur Erklärung

Eine Kollegin erhält eine sehr knappe Antwort und ärgert sich. Sie vermutet, dass ihr Anliegen niemanden interessiert. In einem Gespräch bemerkt sie zuerst ihre Enttäuschung. Bei den Sedona-Fragen erkennt sie, dass sie im Moment am Wunsch nach sofortiger Zustimmung festhält. Anschließend entscheidet sie, offen nach der Bedeutung der Nachricht zu fragen. Das ist ein denkbarer Ablauf, kein berichteter Behandlungserfolg.

Schwerpunkt und Grenzen

The Work untersucht den Inhalt eines belastenden Gedankens. Sedona setzt stärker am Erleben eines Gefühls und am Umgang mit ihm an. GFK kann anschließend helfen, ein Bedürfnis auszusprechen. Keiner dieser Schritte bestimmt, wie du dich fühlen sollst oder welche Antwort dein Gegenüber geben wird.

Die Beschreibung betrifft Selbstreflexion in einem passenden Coaching-Rahmen. Belastende Erinnerungen müssen dafür nicht gezielt aufgerufen werden. Bei starker Belastung oder einer Krise ist fachliche Unterstützung nötig. Du kannst eine Übung jederzeit unterbrechen. Eine feste Wirkung oder Dauer lässt sich aus den Fragen allein nicht ableiten.

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