Zürcher Ressourcenmodell

Digitale Illustration: Lars Mährholz im Gespräch zum Realitätsdesign mit einer Frau.
Digitale Illustration.
Ressourcen für den Alltag
Illustration des Modells · Ressourcen für den Alltag

Ein Ziel kann auf dem Papier sinnvoll wirken und sich im Alltag trotzdem schwer anfühlen. Das Zürcher Ressourcenmodell, kurz ZRM, verbindet Zielarbeit mit Bildern, Gefühlen und Körperwahrnehmung. Es fragt danach, welche innere Haltung zu dir passt und was dich an diese Haltung erinnern kann.

Verstand und persönliche Motivation verbinden

Maja Storch und Frank Krause entwickelten das Modell an der Universität Zürich. Es beschreibt einen Weg des Selbstmanagements. Dabei zählt neben einer bewussten Entscheidung auch, wie du auf Vorstellungen und Formulierungen reagierst. Diese Reaktionen sind Hinweise für die gemeinsame Arbeit; sie liefern keine fertige Wahrheit über dich.

Der Einstieg kann über ein Bild erfolgen. Du beschreibst, was dich daran anspricht: Weite, Ruhe, Bewegung oder etwas ganz anderes. Daraus entwickeln wir Worte für eine gewünschte Haltung. Ein solches Motto-Ziel beschreibt, wie du handeln möchtest. Ein messbares Ergebnis und ein Motto können sich ergänzen.

Vom Motto zu einer Handlung

Wenn die Formulierung für dich passt, sammeln wir Erinnerungen und Zeichen, die sie im Alltag aufrufen können. Das kann ein Bild auf dem Schreibtisch sein, ein kurzer Satz oder eine selbst gewählte Geste. Der Bezug zu Bewegung und Körperhaltung wird im Modell als Embodiment bezeichnet.

Anschließend betrachten wir konkrete Situationen. Wann gerät die gewünschte Haltung leicht aus dem Blick? Mit einem Wenn-Dann-Plan beschreibst du einen Anlass und eine passende Handlung. Diese Verbindung hilft beim Erproben: Du weißt, worauf du achten möchtest und welchen Schritt du dann versuchen kannst. Später prüfen wir, ob Bild, Motto und Plan weiterhin zu dir passen.

Ein erfundenes Beispiel aus dem Arbeitsalltag

Ein Projektleiter beantwortet jede neue Nachricht sofort. Er möchte seine Aufgaben bewusster ordnen. Ein Bild von einem ruhigen See spricht ihn an. Daraus entsteht sein Motto: „Ich behalte meinen weiten Blick.“ Als nächsten Versuch legt er fest: Wenn mehrere Anfragen zugleich eintreffen, ordnet er zuerst die Dringlichkeit. Nach einigen Tagen beschreibt er, wie sich dieser Schritt tatsächlich auf seine Arbeit auswirkt.

Was ZRM in die Zielarbeit einbringt

Realitätsdesign für Leistung und Fokus fragt besonders nach Aufgabe und beobachtbarem Fortschritt. ZRM richtet Aufmerksamkeit auf die persönliche Haltung und ihre Erinnerungsstützen. Visualisierung kann ein künftiges Geschehen anschaulich machen; im ZRM steht oft ein Bild für eine Haltung. Entscheidend bleibt, welche Bedeutung du selbst darin findest.

Der Rahmen kann persönliche Ziele, Führung oder Zusammenarbeit betreffen. Bilder und Gesten bleiben freiwillig. Ein Motto verlangt keine dauernde gute Stimmung. Beschwerden oder anhaltende Überlastung gehören in eine passende fachliche Abklärung. Das hier beschriebene Realitätsdesign ist kein Ersatz für Behandlung oder Rehabilitation.

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